In der Warmumformung und Presshärtung werden erhitzte Platinen aus hochfesten Stählen zu leichten, crashsicheren Fahrzeugbauteilen geformt.
Warmumformung | Presshärten
HORSTKEMPER liefert dafür präzise Automationslösungen – von robusten Zentrierstationen nach dem Ofen bis zu hochdynamischen Be- und Entladesystemen.
Modulare Feeder- und Transfersysteme sorgen für kurze Taktzeiten, optimale Synchronisation zwischen Presse und Automation sowie maximale Prozesssicherheit. Ergänzt wird das Portfolio durch Platinenlader und automatische Stapelanlagen im EoL-Bereich.
Platinenwagen bilden meist das erste Element einer automatisierten Platinenzuführung. Platinenschnitte werden per Gabelstapler, Kran oder automatischem Flurförderfahrzeug als Stapel auf dem Wagen positioniert und dem Platinenlader zugeführt. Tragkraft und Abmessungen sind frei wählbar. Mit zwei unabhängigen Wagen ist ein unterbrechungsfreier Produktionsbetrieb möglich.
Das Vereinzeln der Platinen erfolgt meist durch Spreizmagnete, um den Entstapelprozess zu beschleunigen. Die Platinen werden dabei durch individuelles Anstellen der Magnete an ihre Geometrie aufgefächert. Speziell ausgewählte Werkstoffe und eine optimierte Anordnung der Spreizmagnete gewährleisten beste Vereinzelungsergebnisse. Anzahl und Automationsgrad der Spreizer können individuell festgelegt werden. Zusätzlich bietet unser Spreizsystem-Portfolio Optionen für das Aufspreizen nicht-ferritischer Werkstoffe.
Pressgehärtete Bauteile sind meist sicherheitsrelevant, daher müssen die Platinenschnitte beim Entstapeln markiert und mit der Chargennummer versehen werden. HORSTKEMPER liefert dafür geräuscharme Markierstationen, die Ziffernfolgen und Sonderzeichen prägen und parallel eine Doppelblechmessung durchführen.
Die Stationen sind individuell konfigurierbar. Dabei lassen sich die Anzahl der Markiereinheiten (2–8) und der Rüstvorgang bei Typwechseln von manuell bis vollautomatisiert anpassen.
Nach dem Entstapeln müssen die Platinen lagegenau der Markierstation und dem Ofeneinlauf zugeführt werden. Dafür ist in vielen Warmformanlagen eine Vorzentrierstation integriert, die von einfachen Zentriermasken bis hin zu manuell oder automatisch rüstbaren Systemen ausgeführt werden kann.
Für den Entstapelprozess in der Warmumformung/Presshärtung werden meist Entstapelroboter oder Entstapelfeeder eingesetzt. Standardmäßig kommen 6-Achs-Roboter zum Einsatz, während in der Mehrteilfertigung oft größere Reichweiten benötigt werden. Hier ermöglichen unsere hochdynamischen Entstapelfeedersysteme mit bis zu vier Fahrachsen frei konfigurierbare Hublängen, große Reichweiten, hohe Verfahrgeschwindigkeiten und das Orientieren der Platinen.
Die Zentrierstation ist das zentrale Element der Mechanisierung bei der Warmumformung/Presshärtung. Direkt hinter dem Ofen bringt sie die 950 °C heißen Platinen exakt in Position, um sie schnell und lagegenau in das Presswerkzeug zu fördern. HORSTKEMPER liefert Zentrierstationen für alle gängigen Ofentypen, darunter Rollenherd- und Hubschrittförderer-Öfen sowie kombinierte Aufzugs- und Zentriersysteme für Doppelstocköfen. Hoher Automatisierungsgrad und die Mehrteilfertigung von nebeneinander oder hintereinander angeordneten Platinen sind Standard.
Für das Presshärteverfahren ist eine schnelle Pressenbe- und -entladung entscheidend, damit die Platinen beim Transport aus dem Ofen nicht abkühlen. Wir bieten Transfersysteme mit spezieller Antriebskinematik, 12–14 frei programmierbaren Servo-Achsen und sehr hohen Verfahrgeschwindigkeiten für kürzeste Zykluszeiten.
Das Portfolio für diese Verfahren umfasst vier Baugrößen mit unterschiedlichen Tragzahlen und Hublängen. Ergänzend gehören komplette Toolingbalken inklusive Greiferperipherie zum Lieferumfang.
Die Pressenbe- und -entladung in der Warmumformung/Presshärtung erfolgt abhängig von Werkzeugtechnologie und Umformprozess, häufig über Linearachsen-basierte Feedersysteme. Ziel ist, die Zykluszeit für den Werkstückwechsel innerhalb der Presse möglichst gering zu halten.
HORSTKEMPER Feedersysteme sind auf diesen Prozess abgestimmt, robust und dynamisch. Pro System kommen in der Regel drei bis vier frei programmierbare Servo-Achsen zum Einsatz. Tragzahlen bis 240 kg bei maximalen Verfahrgeschwindigkeiten sind Standard.
Im EoL-Bereich einer Warmformlinie kommen ein oder mehrere Auslaufbänder zum Einsatz. Wir liefern modulare Scharnierbandförderer, die robust gegenüber Abrieb und Restwärme bis ca. 200 °C sind. Die Bänder sind in Längen von 8–28 m und Breiten von 1,2–2,3 m erhältlich. Solide Konstruktion und presswerksgerechte Ausführung gewährleisten hohe Verfügbarkeit im anspruchsvollen Einsatz.
Wir bieten für die Warmumformung/Presshärtung komplette automatische Stapelsysteme im EoL-Bereich. Dazu gehören Auslaufbänder, Shuttle-Systeme mit Ablagenestern, optische Lageerkennung, Standard-Roboter und mehrere Stapelplätze.
Das Einstapeln der Fertigteile erfolgt selbsttätig und unterbrechungsfrei beim Wechsel der Stapelboxen. Der hohe Automatisierungsgrad sorgt für konstante Verfügbarkeit und direkten Mehrwert für unsere Kunden.

